23. Februar 2026
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Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

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Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Der Schein tr\u00fcgt nicht: Nach Pandemie-Ende beschleunigte sich der Prozess der Brauereischlie\u00dfungen in ganz Deutschland. Damit ist das eingetreten, was Kenner des deutschen Biermarktes schon seit der Jahrtausendwende prognostiziert haben: \u00dcberkapazit\u00e4ten, aber auch mangelnde Wirtschaftlichkeit \u2013 bei gleichzeitiger Kostenexplosion und Investitionsstau \u2013 f\u00fchrten dazu, dass sich die Betriebsaufgaben in den letzten zwei Jahren h\u00e4uften. Getr\u00e4nke News<\/em> hat sich erstmals in einer exklusiven Marktanalyse mit den Ver\u00e4nderungen besch\u00e4ftigt. Die Erkenntnisse sind erstaunlich und deuten darauf hin, dass der Prozess weitergeht.<\/p>\n\n\n\n

Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Der Schein tr\u00fcgt nicht: Nach Pandemie-Ende beschleunigte sich der Prozess der Brauereischlie\u00dfungen in ganz Deutschland. Damit ist das eingetreten, was Kenner des deutschen Biermarktes schon seit der Jahrtausendwende prognostiziert haben: \u00dcberkapazit\u00e4ten, aber auch mangelnde Wirtschaftlichkeit \u2013 bei gleichzeitiger Kostenexplosion und Investitionsstau \u2013 f\u00fchrten dazu, dass sich die Betriebsaufgaben in den letzten zwei Jahren h\u00e4uften. Getr\u00e4nke News<\/em> hat sich erstmals in einer exklusiven Marktanalyse mit den Ver\u00e4nderungen besch\u00e4ftigt. Die Erkenntnisse sind erstaunlich und deuten darauf hin, dass der Prozess weitergeht.<\/p>\n\n\n\n

Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
\"Tabelle<\/figure>\n","post_title":"Brauereien unter Druck: Schlie\u00dfungen nehmen zu","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"brauereien-unter-druck-schliessungen-nehmen-zu","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-19 13:41:00","post_modified_gmt":"2024-06-19 11:41:00","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45177","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Zwischen 2019 und 2023 stellten 60 deutsche Brauereien ihren Betrieb ein. Was steckt dahinter? Warum geben immer mehr Unternehmen auf? Getr\u00e4nke News<\/em> hat die Entwicklung in der deutschen Brauwirtschaft in einer exklusiven Marktanalyse aufbereitet und erl\u00e4utert, warum der Biermarkt so stark in Bewegung ist wie lange nicht mehr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

Der Schein tr\u00fcgt nicht: Nach Pandemie-Ende beschleunigte sich der Prozess der Brauereischlie\u00dfungen in ganz Deutschland. Damit ist das eingetreten, was Kenner des deutschen Biermarktes schon seit der Jahrtausendwende prognostiziert haben: \u00dcberkapazit\u00e4ten, aber auch mangelnde Wirtschaftlichkeit \u2013 bei gleichzeitiger Kostenexplosion und Investitionsstau \u2013 f\u00fchrten dazu, dass sich die Betriebsaufgaben in den letzten zwei Jahren h\u00e4uften. Getr\u00e4nke News<\/em> hat sich erstmals in einer exklusiven Marktanalyse mit den Ver\u00e4nderungen besch\u00e4ftigt. Die Erkenntnisse sind erstaunlich und deuten darauf hin, dass der Prozess weitergeht.<\/p>\n\n\n\n

Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

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Die Noblewood Group wurde 2022 als privates Produktions- und globales Vertriebsunternehmen f\u00fcr Superpremium-Spirituosen gegr\u00fcndet. Mit dem Erwerb der weltweiten geistigen Eigentumsrechte f\u00fcr die Marke Beluga \u2013 mit Ausnahme Russlands \u2013 sieht sich das Unternehmen als wichtiger Akteur in der Superpremium-Spirituosenindustrie positioniert. Noblewood betreibt eine eigene Destillerie in Lettland; der Hauptsitz mit Produktionsstandort ist in Montenegro.<\/p>\n","post_title":"Stock distribuiert Beluga Vodka","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"stock-distribuiert-beluga-vodka","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-20 10:23:31","post_modified_gmt":"2024-06-20 08:23:31","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45250","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":45177,"post_author":"3","post_date":"2024-06-19 11:50:39","post_date_gmt":"2024-06-19 09:50:39","post_content":"\n

Zwischen 2019 und 2023 stellten 60 deutsche Brauereien ihren Betrieb ein. Was steckt dahinter? Warum geben immer mehr Unternehmen auf? Getr\u00e4nke News<\/em> hat die Entwicklung in der deutschen Brauwirtschaft in einer exklusiven Marktanalyse aufbereitet und erl\u00e4utert, warum der Biermarkt so stark in Bewegung ist wie lange nicht mehr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n


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Der Schein tr\u00fcgt nicht: Nach Pandemie-Ende beschleunigte sich der Prozess der Brauereischlie\u00dfungen in ganz Deutschland. Damit ist das eingetreten, was Kenner des deutschen Biermarktes schon seit der Jahrtausendwende prognostiziert haben: \u00dcberkapazit\u00e4ten, aber auch mangelnde Wirtschaftlichkeit \u2013 bei gleichzeitiger Kostenexplosion und Investitionsstau \u2013 f\u00fchrten dazu, dass sich die Betriebsaufgaben in den letzten zwei Jahren h\u00e4uften. Getr\u00e4nke News<\/em> hat sich erstmals in einer exklusiven Marktanalyse mit den Ver\u00e4nderungen besch\u00e4ftigt. Die Erkenntnisse sind erstaunlich und deuten darauf hin, dass der Prozess weitergeht.<\/p>\n\n\n\n

Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
\"Tabelle<\/figure>\n","post_title":"Brauereien unter Druck: Schlie\u00dfungen nehmen zu","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"brauereien-unter-druck-schliessungen-nehmen-zu","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-19 13:41:00","post_modified_gmt":"2024-06-19 11:41:00","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45177","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Noblewood siedelt seine Marke Beluga Vodka im Super- und Ultrapremium-Segment an. Die Spirituose wird aus nordischem Getreide und Quellwasser aus Montenegro hergestellt und in einer eigenen handwerklichen Brennerei in Lettland in sechsfacher Destillation gebrannt.<\/p>\n\n\n\n

Die Noblewood Group wurde 2022 als privates Produktions- und globales Vertriebsunternehmen f\u00fcr Superpremium-Spirituosen gegr\u00fcndet. Mit dem Erwerb der weltweiten geistigen Eigentumsrechte f\u00fcr die Marke Beluga \u2013 mit Ausnahme Russlands \u2013 sieht sich das Unternehmen als wichtiger Akteur in der Superpremium-Spirituosenindustrie positioniert. Noblewood betreibt eine eigene Destillerie in Lettland; der Hauptsitz mit Produktionsstandort ist in Montenegro.<\/p>\n","post_title":"Stock distribuiert Beluga Vodka","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"stock-distribuiert-beluga-vodka","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-20 10:23:31","post_modified_gmt":"2024-06-20 08:23:31","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45250","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":45177,"post_author":"3","post_date":"2024-06-19 11:50:39","post_date_gmt":"2024-06-19 09:50:39","post_content":"\n

Zwischen 2019 und 2023 stellten 60 deutsche Brauereien ihren Betrieb ein. Was steckt dahinter? Warum geben immer mehr Unternehmen auf? Getr\u00e4nke News<\/em> hat die Entwicklung in der deutschen Brauwirtschaft in einer exklusiven Marktanalyse aufbereitet und erl\u00e4utert, warum der Biermarkt so stark in Bewegung ist wie lange nicht mehr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

Der Schein tr\u00fcgt nicht: Nach Pandemie-Ende beschleunigte sich der Prozess der Brauereischlie\u00dfungen in ganz Deutschland. Damit ist das eingetreten, was Kenner des deutschen Biermarktes schon seit der Jahrtausendwende prognostiziert haben: \u00dcberkapazit\u00e4ten, aber auch mangelnde Wirtschaftlichkeit \u2013 bei gleichzeitiger Kostenexplosion und Investitionsstau \u2013 f\u00fchrten dazu, dass sich die Betriebsaufgaben in den letzten zwei Jahren h\u00e4uften. Getr\u00e4nke News<\/em> hat sich erstmals in einer exklusiven Marktanalyse mit den Ver\u00e4nderungen besch\u00e4ftigt. Die Erkenntnisse sind erstaunlich und deuten darauf hin, dass der Prozess weitergeht.<\/p>\n\n\n\n

Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
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Die Entscheidung, Beluga ins Portfolio aufzunehmen, zeige das Engagement von Stock Spirits, weitere Segmente auszubauen, um die eigene Position als f\u00fchrendes Spirituosenunternehmen in der Branche zu st\u00e4rken, sagt Simon Paustian, Director 3rd Party & Business Development.<\/p>\n\n\n\n

Noblewood siedelt seine Marke Beluga Vodka im Super- und Ultrapremium-Segment an. Die Spirituose wird aus nordischem Getreide und Quellwasser aus Montenegro hergestellt und in einer eigenen handwerklichen Brennerei in Lettland in sechsfacher Destillation gebrannt.<\/p>\n\n\n\n

Die Noblewood Group wurde 2022 als privates Produktions- und globales Vertriebsunternehmen f\u00fcr Superpremium-Spirituosen gegr\u00fcndet. Mit dem Erwerb der weltweiten geistigen Eigentumsrechte f\u00fcr die Marke Beluga \u2013 mit Ausnahme Russlands \u2013 sieht sich das Unternehmen als wichtiger Akteur in der Superpremium-Spirituosenindustrie positioniert. Noblewood betreibt eine eigene Destillerie in Lettland; der Hauptsitz mit Produktionsstandort ist in Montenegro.<\/p>\n","post_title":"Stock distribuiert Beluga Vodka","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"stock-distribuiert-beluga-vodka","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-20 10:23:31","post_modified_gmt":"2024-06-20 08:23:31","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45250","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":45177,"post_author":"3","post_date":"2024-06-19 11:50:39","post_date_gmt":"2024-06-19 09:50:39","post_content":"\n

Zwischen 2019 und 2023 stellten 60 deutsche Brauereien ihren Betrieb ein. Was steckt dahinter? Warum geben immer mehr Unternehmen auf? Getr\u00e4nke News<\/em> hat die Entwicklung in der deutschen Brauwirtschaft in einer exklusiven Marktanalyse aufbereitet und erl\u00e4utert, warum der Biermarkt so stark in Bewegung ist wie lange nicht mehr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n


\n\n\n\n

Der Schein tr\u00fcgt nicht: Nach Pandemie-Ende beschleunigte sich der Prozess der Brauereischlie\u00dfungen in ganz Deutschland. Damit ist das eingetreten, was Kenner des deutschen Biermarktes schon seit der Jahrtausendwende prognostiziert haben: \u00dcberkapazit\u00e4ten, aber auch mangelnde Wirtschaftlichkeit \u2013 bei gleichzeitiger Kostenexplosion und Investitionsstau \u2013 f\u00fchrten dazu, dass sich die Betriebsaufgaben in den letzten zwei Jahren h\u00e4uften. Getr\u00e4nke News<\/em> hat sich erstmals in einer exklusiven Marktanalyse mit den Ver\u00e4nderungen besch\u00e4ftigt. Die Erkenntnisse sind erstaunlich und deuten darauf hin, dass der Prozess weitergeht.<\/p>\n\n\n\n

Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
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Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
\"Tabelle<\/figure>\n","post_title":"Brauereien unter Druck: Schlie\u00dfungen nehmen zu","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"brauereien-unter-druck-schliessungen-nehmen-zu","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-19 13:41:00","post_modified_gmt":"2024-06-19 11:41:00","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45177","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Stock Spirits \u00fcbernimmt ab 1. August den Vertrieb von Beluga Vodka am deutschen Markt. Durch die neue Kooperation wolle man die Pr\u00e4senz der Marke in Deutschland ausbauen und sie einer gr\u00f6\u00dferen Zielgruppe pr\u00e4sentieren, erkl\u00e4rt Pavel Martynov, Regional Director beim Markeneigner Noblewood Group. Bisher wurde der Wodka von dem Hamburger Unternehmen Dovgan distribuiert, das sich auf osteurop\u00e4ische Speisen und Getr\u00e4nke fokussiert.<\/p>\n\n\n\n

Die Entscheidung, Beluga ins Portfolio aufzunehmen, zeige das Engagement von Stock Spirits, weitere Segmente auszubauen, um die eigene Position als f\u00fchrendes Spirituosenunternehmen in der Branche zu st\u00e4rken, sagt Simon Paustian, Director 3rd Party & Business Development.<\/p>\n\n\n\n

Noblewood siedelt seine Marke Beluga Vodka im Super- und Ultrapremium-Segment an. Die Spirituose wird aus nordischem Getreide und Quellwasser aus Montenegro hergestellt und in einer eigenen handwerklichen Brennerei in Lettland in sechsfacher Destillation gebrannt.<\/p>\n\n\n\n

Die Noblewood Group wurde 2022 als privates Produktions- und globales Vertriebsunternehmen f\u00fcr Superpremium-Spirituosen gegr\u00fcndet. Mit dem Erwerb der weltweiten geistigen Eigentumsrechte f\u00fcr die Marke Beluga \u2013 mit Ausnahme Russlands \u2013 sieht sich das Unternehmen als wichtiger Akteur in der Superpremium-Spirituosenindustrie positioniert. Noblewood betreibt eine eigene Destillerie in Lettland; der Hauptsitz mit Produktionsstandort ist in Montenegro.<\/p>\n","post_title":"Stock distribuiert Beluga Vodka","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"stock-distribuiert-beluga-vodka","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-20 10:23:31","post_modified_gmt":"2024-06-20 08:23:31","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45250","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":45177,"post_author":"3","post_date":"2024-06-19 11:50:39","post_date_gmt":"2024-06-19 09:50:39","post_content":"\n

Zwischen 2019 und 2023 stellten 60 deutsche Brauereien ihren Betrieb ein. Was steckt dahinter? Warum geben immer mehr Unternehmen auf? Getr\u00e4nke News<\/em> hat die Entwicklung in der deutschen Brauwirtschaft in einer exklusiven Marktanalyse aufbereitet und erl\u00e4utert, warum der Biermarkt so stark in Bewegung ist wie lange nicht mehr.<\/strong><\/p>\n\n\n\n


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Der Schein tr\u00fcgt nicht: Nach Pandemie-Ende beschleunigte sich der Prozess der Brauereischlie\u00dfungen in ganz Deutschland. Damit ist das eingetreten, was Kenner des deutschen Biermarktes schon seit der Jahrtausendwende prognostiziert haben: \u00dcberkapazit\u00e4ten, aber auch mangelnde Wirtschaftlichkeit \u2013 bei gleichzeitiger Kostenexplosion und Investitionsstau \u2013 f\u00fchrten dazu, dass sich die Betriebsaufgaben in den letzten zwei Jahren h\u00e4uften. Getr\u00e4nke News<\/em> hat sich erstmals in einer exklusiven Marktanalyse mit den Ver\u00e4nderungen besch\u00e4ftigt. Die Erkenntnisse sind erstaunlich und deuten darauf hin, dass der Prozess weitergeht.<\/p>\n\n\n\n

Eines darf bei all den negativen Zahlen nicht vergessen werden: Der Biermarkt mit seinem Marktvolumen von rund 83,76 Millionen Hektolitern (ohne alkoholfreie Biere) bietet all jenen unver\u00e4ndert erfreuliche und auch renditetr\u00e4chtige Marktchancen, die ihre unternehmerischen Strukturen am wettbewerbsintensiven Markt ausgerichtet haben. Marktbereinigung, das steht fest, ist in Zukunft notwendig und unvermeidbar, auch wenn es zum Verlust regionaler Brauereikultur f\u00fchrt. Schon heute d\u00fcrften einzelne Brauereien \u00fcber einen Marktaustritt nachdenken, weil es ihnen schlichtweg an Perspektiven, aber vor allem notwendiger Liquidit\u00e4t fehlt. Die ersten Brauer haben bereits ihre Konsequenzen gezogen.<\/p>\n\n\n\n

Strategiewechsel zeigt Ver\u00e4nderungsbereitschaft<\/h3>\n\n\n\n

Selten zuvor war aus den gro\u00dfen H\u00e4usern der deutschen Brauwirtschaft soviel Ver\u00e4nderungsbereitschaft zu h\u00f6ren wie nach der Pandemie. Die Erfahrungen um Lockdowns mit ihren Marktverlusten f\u00fcr das Fassbiergesch\u00e4ft \u2013 bei gleichzeitigem Boom der Flaschenbierabs\u00e4tze \u2013 haben zu neuen strategischen Ans\u00e4tzen gef\u00fchrt. Die Sch\u00f6rghuber Unternehmensgruppe f\u00fchrte zum 1. Januar 2023 eine neue, dezentrale Konzernstruktur ein. Der Enkel des Unternehmensgr\u00fcnders, Florian Sch\u00f6rghuber, zog als junger Vertreter der dritten Generation in den Vorstand ein, um auch die unterdurchschnittliche Ertragskraft der Paulaner Gruppe zu verbessern. Langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Andreas Steinfatt und Raphael Rauer zogen von dannen. Rauer selbst kam bei Warsteiner unter, wo sich die Haus Cramer Gruppe unter der F\u00fchrung von Helmut H\u00f6rz ebenfalls neu ausrichtete. Dort wird auf Lohnbrauen und Kapazit\u00e4tsauslastung gesetzt.<\/p>\n\n\n\n

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Auch bei der in den Nuller-Jahren stark gewachsenen Oettinger-Gruppe wurde umstrukturiert. Oettinger-Chefin Pia Kollmar zog die Konsequenzen aus den j\u00fcngsten Marktverlusten und verkaufte den einst von ihrem verstorbenen Bruder aufgebauten Vorzeigestandort in Gotha. Die Krombacher Brauerei reagierte bereits fr\u00fch auf den r\u00fcckl\u00e4ufigen Biermarkt und \u00fcbernahm schon 2006 die Vertriebsrechte von Schweppes. Seitdem setzt Krombacher unverdrossen auf ein weitreichendes Engagement in allen Warengruppen der Getr\u00e4nkewirtschaft und riskiert bei der Vielzahl der alkoholfreien Getr\u00e4nke jenseits der Erfolgsmarke Schweppes den \u00dcberblick zu verlieren. Die Radeberger Gruppe hingegen opferte seit Jahrzehntbeginn gleich zwei Braust\u00e4tten, um als einziger Marktakteur sichtbar zum Kapazit\u00e4tsabbau beizutragen. Tatsache ist: Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft in der deutschen Brauwirtschaft ist so gro\u00df wie nie. Und sie wird f\u00fcr alle Marktbeteiligten folgenreich sein. Auch weil der Marktdruck und die Wettbewerbsintensit\u00e4t nochmals an Fahrt aufgenommen haben.<\/p>\n\n\n\n

Pandemie zwang viele Betriebe zum Handeln<\/h3>\n\n\n\n

R\u00fcckblick: 2019, ein Jahr vor der Pandemie, schien die Welt der deutschen Brauwirtschaft noch weitgehend intakt. Der Markt war berechenbar aufgeteilt. Das schrumpfende Absatzvolumen um die rund einprozentigen Verluste war planbar und schreckte niemanden mehr. Dann kam Corona und alles wurde anders. Es war eine Art Katalysator, der die Verletzbarkeit der einzelnen Betriebsgr\u00f6\u00dfen offenlegte und zum Handeln zwang. Viele kleine Betriebe bis zu einer Betriebsgr\u00f6\u00dfe von 100.000 Hektolitern wurden mit existenziellen Problemen konfrontiert. Zwar half die Bundesregierung zwischenzeitlich mit Ausgleichszahlungen \u00fcber die lange Durststrecke hinweg, doch vor allem die vom Fassbierverkauf abh\u00e4ngigen Regionalbrauer mussten 2022 erkennen, dass ihr angestammtes Gesch\u00e4ft nicht in der gewohnten Gr\u00f6\u00dfenordnung zur\u00fcckkommen sollte. Eine Erf\u00fcllungsquote von \u00fcber 80 Prozent im traditionellen Fassbiergesch\u00e4ft im Vergleich zu 2019 gilt heute als erfolgreich, viele Betriebe blieben jedoch darunter.<\/p>\n\n\n\n

Auch deshalb nahmen die Betriebsaufgaben in den Jahren 2022 und 2023 sp\u00fcrbar zu; dem Endverbraucher blieb nicht verborgen, dass sich strukturelle Ver\u00e4nderungen direkt vor seiner Haust\u00fcr vollzogen. Nach der Erfassung des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der Brauereistandorte von 2019 bis 2023 von 1.552 auf 1.492 zur\u00fcck. Der Verlust von immerhin 60 Braust\u00e4tten betrifft alle Betriebsgr\u00f6\u00dfen, wenn auch in unterschiedlicher Anzahl. So verbirgt sich dahinter auch das langsame Sterben der Craftbier-Brauereien, die das Gros der Verluste ausmachen. Immerhin 29 der 60 aufgegebenen Standorte, die statistisch erfasst wurden, brauten weniger als 3.000 Hektoliter, sieben weitere sogar weniger als 1.000 Hektoliter.<\/p>\n\n\n\n

Doch die wirklichen Einschl\u00e4ge geschahen dort, wo von den Brauereistandorten noch regionale Kraft ausging. Immerhin elf Brauereien, die zuletzt zwischen 10.000 und 100.000 Hektoliter brauten, gingen in Insolvenz oder stellten schlichtweg den Betrieb aus mangelnder Wirtschaftlichkeit ein. Die meisten stillgelegten Brauereien wurden inzwischen entkernt \u2013 von den Sudh\u00e4usern, die einst hinter gro\u00dfen Scheiben repr\u00e4sentative Wirkung entfalteten, ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Bayern ist der gro\u00dfe Braust\u00e4tten-Verlierer<\/h3>\n\n\n\n

Kein Wunder also, dass das Brauereisterben vor allen in jenen Bundesl\u00e4ndern einsetzte, in denen die meisten Braustandorte und die gr\u00f6\u00dfte Absatzmenge zur traditionellen Marktstruktur z\u00e4hlten. So f\u00fchrt Bayern mit 26 Betriebsaufgaben die Liste der Braust\u00e4tten-Verlierer in den letzten f\u00fcnf Jahren an. Unter allen Bundesl\u00e4ndern rangiert Nordrhein-Westfalen auf Platz zwei \u2013 dort gingen 20 Brauereien verloren. Die Abw\u00e4rtsentwicklung bei den anfangs trendigen Craftbier-Brauereien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Kleinstbetriebe, die oft mit hoffnungsvollen Idealisten an den Start gegangen waren, vor Ort L\u00fccken hinterlie\u00dfen. Letztlich scheiterte das Projekt Craftbier deutschlandweit an der mangelnden Verbrauchern\u00e4he. Deutschlands Bierfreunde \u2013 und das beweisen die Sortenstatistik und der Boom der Hellbiere \u2013 w\u00fcnschen gef\u00e4llige Biere.<\/p>\n\n\n\n

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Die Zahl relevanter Betriebsaufgaben bezieht sich aber durchaus auf nennenswerte Standorte, die letztlich dem notwendigen Kapazit\u00e4tsabbau in der deutschen Brauwirtschaft geopfert wurden. Die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe ging hier zweifellos mit gutem Beispiel voran. Schon 2019 wurde die Betriebsaufgabe der Braust\u00e4tte des einstigen K\u00f6lner Verbundes in K\u00f6ln-M\u00fclheim eingeleitet, im Jahr darauf dann vollzogen.<\/p>\n\n\n\n

Dort, wo einst Gilden-K\u00f6lsch und sp\u00e4ter alle anderen in der Domstadt zusammengekauften Oetker-Marken gebraut wurden, ging K\u00f6lsche Braugeschichte zu Ende. Die Radeberger Gruppe hatte sich dazu entschlossen, die verbliebenen Mengen im Lohnbrau von Flaschen- und Fassbier bei der privat gef\u00fchrten Fr\u00fch-Brauerei zu b\u00fcndeln. 2020 wurde dort mit dem Brauen und Abf\u00fcllen begonnen. Der Verkaufserl\u00f6s der Altimmobilie d\u00fcrfte Oetker nach aktuellem Bodenrichtwert \u00fcber drei Millionen Euro gebracht haben \u2013 ein gutes Gesch\u00e4ft.<\/p>\n\n\n\n

Immer mehr Biermarken aus denselben Sudkesseln, das scheint ein Rezept im Gro\u00dfen und im Kleinen zu sein. Auch nach regionalen Betriebsaufgaben wie in Pfungstadt oder j\u00fcngst bei Karmeliter landen die Produkte bei Brauereien in der Nachbarschaft, um fortgef\u00fchrt zu werden. An Kapazit\u00e4ten herrscht auch in regionalen Brau- und Abf\u00fcllbetrieben kein Mangel.<\/p>\n\n\n\n

Hauptlast schulterten Hektoliter-Million\u00e4re<\/h3>\n\n\n\n

In den letzten f\u00fcnf Jahren waren die Absatzverluste der deutschen Brauwirtschaft enorm hoch. Zwar d\u00fcrfte sich 2024 das Blatt zum Positiven wenden, doch an der Aussto\u00dfmisere \u00e4ndert das zwischenzeitliche Luftholen aufgrund von EM-Gesch\u00e4ft und r\u00fcckl\u00e4ufiger Inflation nichts. Zwischen 2019 und 2023 gingen dem Biermarkt rund 6,5 Millionen Hektoliter Biervolumen verloren (ohne alkoholfreie Biere). Leidtragende waren aber nicht alleine die vielen kleinen und mittleren Brauereien, sondern lediglich 22 Brauereien, die die Hauptlast trugen. Gemeint sind Braust\u00e4tten der Hektoliter-Million\u00e4re mit einem Jahresaussto\u00df von \u00fcber einer Million Hektolitern. Sie verloren zusammen eine Aussto\u00dfmenge von 5,91 Millionen Hektolitern und hatten damit 91Prozent der Mengeneinbu\u00dfen des Gesamtmarktes zu schultern.<\/p>\n\n\n\n

\"Grafik<\/figure>\n\n\n\n
<\/div>\n\n\n\n

Auf die \u00fcbrigen 1.470 Brauereien unterhalb des Jahresaussto\u00dfes von einer Million Hektoliter verteilen sich die schmerzlichen, aber vergleichsweise \u00fcberschaubaren Marktverluste von 563.375 Hektolitern. Damit wird deutlich, wie weit die Schere der Marktakteure im deutschen Biermarkt auseinandergeht. So sind es die Hektoliter-Million\u00e4re, in deren Braust\u00e4tten mit einem Gesamtaussto\u00df von 45,3 Millionen Hektolitern 56,8 Prozent des gesamtdeutschen Aussto\u00dfes gebraut werden. Sie sorgen f\u00fcr die notwendige Agilit\u00e4t, um im Blick des Verbrauchers und vor allen Dingen als Partner des Handels f\u00fcr gleichbleibende Dynamik zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n

Fazit \u2013 Marktwirtschaft sorgt f\u00fcr weitere Bereinigung<\/h3>\n\n\n\n

Es steht au\u00dfer Zweifel, dass die Marktwirtschaft f\u00fcr eine weitere Bereinigung der ungleichen Strukturen innerhalb der deutschen Brauwirtschaft sorgen wird. Letztlich geht es um Verbrauchern\u00e4he und Verbraucherw\u00fcnsche \u2013 und die befinden sich deutlich im Wandel. Diskussionen um Pfandpool-L\u00f6sungen oder das F\u00fcr und Wider von Einweg helfen da wenig. Entscheidend f\u00fcr das Wohl und Wehe der Verbraucherakzeptanz werden diese Fragen nicht sein. Mehr noch: Der kostenintensive Transformationsprozess in der Energiebereitstellung wird die gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Brauereien bleiben. Ohne gro\u00dfe Investitionen in naher Zukunft geht es nicht. Und dabei haben schon jetzt viele Brauer einen Investitionsstau, weil man mangels finanzieller Mittel Projekte zur\u00fcckstellen musste.<\/p>\n\n\n\n

Noch viel wichtiger bleibt es, den Biermarkt \u00fcber Produkte und Gebinde attraktiver zu machen und, bei allen dr\u00e4ngenden Problemen, den Verbraucher als Marktregulativ nicht aus den Augen zu verlieren. Wer die j\u00fcngste Entwicklung der alkoholhaltigen Mixgetr\u00e4nke mit Wodka, Rum oder Gin beobachtet, der wei\u00df, wie schnell es Trendgetr\u00e4nken gelingen kann, sich beim Verbraucher Wertsch\u00e4tzung zu verschaffen.<\/p>\n\n\n\n

Mehr als fr\u00fcher m\u00fcssen kleine und gro\u00dfe Brauer daran denken, dass ihre Marktchancen unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen. Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, Innovationen vorantreiben und auf Renditekraft Wert legen \u2013 das ist der einzige Zukunftsweg in diesem wettbewerbsintensiven Biermarkt. F\u00fcr die Anbieter, die z\u00f6gerlich bleiben und dort keine Chancen erkennen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte auf kurz oder lang der Marktaustritt die einzige Perspektive bleiben.<\/p>\n\n\n\n

\"Tabelle<\/figure>\n\n\n\n
\"Tabelle<\/figure>\n","post_title":"Brauereien unter Druck: Schlie\u00dfungen nehmen zu","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"brauereien-unter-druck-schliessungen-nehmen-zu","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-19 13:41:00","post_modified_gmt":"2024-06-19 11:41:00","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45177","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Der Branchenkenner ist seit rund 30 Jahren im Dienste der Spirituose unterwegs und hat f\u00fcr bekannte Marken wie Bowmore, Suntory, Appleton Rum, Glenfiddich, Balvenie, Jack Daniel\u2018s und Grant\u2018s gearbeitet. Neben seiner T\u00e4tigkeit als Markenbotschafter ist Kn\u00f6pfle auch als Buchautor, Dozent und Jury-Mitglied bei internationalen Spirituosenwettbewerben aktiv. F\u00fcr sein Engagement zur F\u00f6rderung der Whiskykultur erhielt 2018 den Titel \u201eKeeper of the Quaich\u201c.<\/p>\n","post_title":"Kn\u00f6pfle kehrt zu Schlumberger zur\u00fcck","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"knoepfle-kehrt-zu-schlumberger-zurueck","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-19 16:52:13","post_modified_gmt":"2024-06-19 14:52:13","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45253","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Der Spirituosenexperte Helmut Kn\u00f6pfle kehrt zum 1. Juli zu Schlumberger zur\u00fcck. Er wird dort als leitender Markenbotschafter f\u00fcr Spirituosen insbesondere f\u00fcr die hochwertigen Whiskys, Obstbr\u00e4nde und Rums im Sortiment des Meckenheimer Importeurs im Einsatz sein und sein Fachwissen an Gastronomen, Fachh\u00e4ndler und auch Laien weitergeben. Kn\u00f6pfle war bereits von 2006 bis 2010 als Markenbotschafter f\u00fcr Schlumberger t\u00e4tig. <\/p>\n\n\n\n

Der Branchenkenner ist seit rund 30 Jahren im Dienste der Spirituose unterwegs und hat f\u00fcr bekannte Marken wie Bowmore, Suntory, Appleton Rum, Glenfiddich, Balvenie, Jack Daniel\u2018s und Grant\u2018s gearbeitet. Neben seiner T\u00e4tigkeit als Markenbotschafter ist Kn\u00f6pfle auch als Buchautor, Dozent und Jury-Mitglied bei internationalen Spirituosenwettbewerben aktiv. F\u00fcr sein Engagement zur F\u00f6rderung der Whiskykultur erhielt 2018 den Titel \u201eKeeper of the Quaich\u201c.<\/p>\n","post_title":"Kn\u00f6pfle kehrt zu Schlumberger zur\u00fcck","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"knoepfle-kehrt-zu-schlumberger-zurueck","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-19 16:52:13","post_modified_gmt":"2024-06-19 14:52:13","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45253","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Juni 19, 2024

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