23. Februar 2026
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Der Trend-Mix Limoncello Spritz steht im Mittelpunkt einer mehrw\u00f6chigen Kampagne, die Marussia Beverages f\u00fcr seine Marke Pallini an den Start bringt. Los geht es am 1. Juli mit der \u201ePallini Lemon Week\u201c mit OOH-Poster-Aktionen und POS-Promotions im Einzelhandel der Gro\u00dfst\u00e4dte Berlin, Hamburg, M\u00fcnchen und D\u00fcsseldorf. Hinzu kommt eine Social-Media-Kampagne, in deren Rahmen auch eine Reise an die Amalfik\u00fcste verlost wird.<\/p>\n\n\n\n

In ausgew\u00e4hlten Superm\u00e4rkten sollen Zweitplatzierungen und Gro\u00dfdisplays auf die Marke aufmerksam machen. Zus\u00e4tzlich informieren Plakate und Flyer \u00fcber den Lik\u00f6r und seine Herkunft. An Verkostungstheken haben Konsumenten die Gelegenheit, Pallini Limoncello pur oder im Spritz zu probieren.<\/p>\n","post_title":"Gro\u00dfst\u00e4dte in Gelb","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"grossstaedte-in-gelb","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 09:52:04","post_modified_gmt":"2024-06-26 07:52:04","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45310","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Beh\u00f6rden-Entscheidung in der Branche umstritten<\/h3>\n\n\n\n

Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Angesichts von 400.000 Hektolitern, die AB Inbev f\u00fcr das Werk in Wernigerode offenbar anstrebt, k\u00f6nne von \u201ehom\u00f6opathischen Mengen\u201c keine Rede sein. Laut der aktuellen Importmarken-Hitliste des Fachmagazins \u201eInside\u201c lag der Aussto\u00df von Corona 2023 bei 340.000 Hektolitern. Bei solchen Mengen w\u00fcrden Hemmschwellen leicht sinken, nach dem Motto \u201eWas interessiert mich das Reinheitsgebot\u201c. Dabei gehe es um nichts weniger als das Image der deutschen Brauereien.<\/p>\n\n\n\n

Beh\u00f6rden-Entscheidung in der Branche umstritten<\/h3>\n\n\n\n

Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Nach au\u00dfen geben sich Branchenvertreter gelassen, doch hinter den Kulissen brodelt es. Von der Verletzung eines Tabus ist die Rede, manche sehen gar das Reinheitsgebot ins Wanken geraten. Zitieren lassen will sich mit seiner Kritik allerdings niemand. Doch was ist eigentlich das Problem? Die deutsche Brauwirtschaft zeichne sich nicht gerade durch innovative Kraft aus, eher durch Geschick im Kopieren, sagt ein Branchenkenner, der seinen Namen nicht in der Presse lesen m\u00f6chte. Wenn Corona mit seinen Mengenpl\u00e4nen erfolgreich sei, werde es nicht lange dauern, bis billige Nachahmer-Produkte auf den Markt k\u00e4men und das Tor f\u00fcr Massenbiere ge\u00f6ffnet sei, die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut w\u00fcrden. Es drohe ein Dammbruch.<\/p>\n\n\n\n

Angesichts von 400.000 Hektolitern, die AB Inbev f\u00fcr das Werk in Wernigerode offenbar anstrebt, k\u00f6nne von \u201ehom\u00f6opathischen Mengen\u201c keine Rede sein. Laut der aktuellen Importmarken-Hitliste des Fachmagazins \u201eInside\u201c lag der Aussto\u00df von Corona 2023 bei 340.000 Hektolitern. Bei solchen Mengen w\u00fcrden Hemmschwellen leicht sinken, nach dem Motto \u201eWas interessiert mich das Reinheitsgebot\u201c. Dabei gehe es um nichts weniger als das Image der deutschen Brauereien.<\/p>\n\n\n\n

Beh\u00f6rden-Entscheidung in der Branche umstritten<\/h3>\n\n\n\n

Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Die deutsche Braubranche hat einen handfesten Skandal: Wie Anfang Juni bekannt wurde, darf AB Inbev seine Marke Corona k\u00fcnftig in der zur Unternehmensgruppe geh\u00f6rigen Hasser\u00f6der Brauerei brauen. Damit bricht erstmals ein internationaler Konzern \u2013 ja der weltgr\u00f6\u00dfte \u00fcberhaupt \u2013 in gro\u00dfem Stil mit dem seit f\u00fcnf Jahrhunderten geltenden Reinheitsgebot, f\u00fcr das deutsches Bier in aller Welt ber\u00fchmt und gesch\u00e4tzt ist. Denn die urspr\u00fcnglich mexikanische Marke wird auf der Basis von Mais hergestellt, einer Zutat, die die \u00e4lteste heute noch g\u00fcltige Lebensmittelvorschrift nicht vorsieht.<\/p>\n\n\n\n

Nach au\u00dfen geben sich Branchenvertreter gelassen, doch hinter den Kulissen brodelt es. Von der Verletzung eines Tabus ist die Rede, manche sehen gar das Reinheitsgebot ins Wanken geraten. Zitieren lassen will sich mit seiner Kritik allerdings niemand. Doch was ist eigentlich das Problem? Die deutsche Brauwirtschaft zeichne sich nicht gerade durch innovative Kraft aus, eher durch Geschick im Kopieren, sagt ein Branchenkenner, der seinen Namen nicht in der Presse lesen m\u00f6chte. Wenn Corona mit seinen Mengenpl\u00e4nen erfolgreich sei, werde es nicht lange dauern, bis billige Nachahmer-Produkte auf den Markt k\u00e4men und das Tor f\u00fcr Massenbiere ge\u00f6ffnet sei, die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut w\u00fcrden. Es drohe ein Dammbruch.<\/p>\n\n\n\n

Angesichts von 400.000 Hektolitern, die AB Inbev f\u00fcr das Werk in Wernigerode offenbar anstrebt, k\u00f6nne von \u201ehom\u00f6opathischen Mengen\u201c keine Rede sein. Laut der aktuellen Importmarken-Hitliste des Fachmagazins \u201eInside\u201c lag der Aussto\u00df von Corona 2023 bei 340.000 Hektolitern. Bei solchen Mengen w\u00fcrden Hemmschwellen leicht sinken, nach dem Motto \u201eWas interessiert mich das Reinheitsgebot\u201c. Dabei gehe es um nichts weniger als das Image der deutschen Brauereien.<\/p>\n\n\n\n

Beh\u00f6rden-Entscheidung in der Branche umstritten<\/h3>\n\n\n\n

Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Nach der erfolgreichen Etablierung von Koskenkorva Vodka im deutschen Markt sei es \u201eder n\u00e4chste logische Schritt\u201c, der Underberg-Gruppe auch die Vertriebsrechte f\u00fcr das Aquavit-Portfolio zu \u00fcbertragen, unterstreicht Christoph Bickel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Anora Germany. Beide Partner arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen. Bereits seit 2020 distribuiert die Underberg-Tochter Diversa Spezialit\u00e4ten die Marke Koskenkorva f\u00fcr die Anora Group. Gleichzeitig sind die Nordeurop\u00e4er seit langem die Partner der Rheinberger beim Vertrieb deren internationaler Marken wie Underberg, Asbach und Pit\u00fa in Schweden, Norwegen und Finnland.<\/p>\n","post_title":"Aquavite wechseln zu Underberg-Gruppe","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"aquavite-wechseln-zu-underberg-gruppe","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 13:16:46","post_modified_gmt":"2024-06-26 11:16:46","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45324","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":45292,"post_author":"2","post_date":"2024-06-26 11:42:19","post_date_gmt":"2024-06-26 09:42:19","post_content":"\n

Die deutsche Braubranche hat einen handfesten Skandal: Wie Anfang Juni bekannt wurde, darf AB Inbev seine Marke Corona k\u00fcnftig in der zur Unternehmensgruppe geh\u00f6rigen Hasser\u00f6der Brauerei brauen. Damit bricht erstmals ein internationaler Konzern \u2013 ja der weltgr\u00f6\u00dfte \u00fcberhaupt \u2013 in gro\u00dfem Stil mit dem seit f\u00fcnf Jahrhunderten geltenden Reinheitsgebot, f\u00fcr das deutsches Bier in aller Welt ber\u00fchmt und gesch\u00e4tzt ist. Denn die urspr\u00fcnglich mexikanische Marke wird auf der Basis von Mais hergestellt, einer Zutat, die die \u00e4lteste heute noch g\u00fcltige Lebensmittelvorschrift nicht vorsieht.<\/p>\n\n\n\n

Nach au\u00dfen geben sich Branchenvertreter gelassen, doch hinter den Kulissen brodelt es. Von der Verletzung eines Tabus ist die Rede, manche sehen gar das Reinheitsgebot ins Wanken geraten. Zitieren lassen will sich mit seiner Kritik allerdings niemand. Doch was ist eigentlich das Problem? Die deutsche Brauwirtschaft zeichne sich nicht gerade durch innovative Kraft aus, eher durch Geschick im Kopieren, sagt ein Branchenkenner, der seinen Namen nicht in der Presse lesen m\u00f6chte. Wenn Corona mit seinen Mengenpl\u00e4nen erfolgreich sei, werde es nicht lange dauern, bis billige Nachahmer-Produkte auf den Markt k\u00e4men und das Tor f\u00fcr Massenbiere ge\u00f6ffnet sei, die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut w\u00fcrden. Es drohe ein Dammbruch.<\/p>\n\n\n\n

Angesichts von 400.000 Hektolitern, die AB Inbev f\u00fcr das Werk in Wernigerode offenbar anstrebt, k\u00f6nne von \u201ehom\u00f6opathischen Mengen\u201c keine Rede sein. Laut der aktuellen Importmarken-Hitliste des Fachmagazins \u201eInside\u201c lag der Aussto\u00df von Corona 2023 bei 340.000 Hektolitern. Bei solchen Mengen w\u00fcrden Hemmschwellen leicht sinken, nach dem Motto \u201eWas interessiert mich das Reinheitsgebot\u201c. Dabei gehe es um nichts weniger als das Image der deutschen Brauereien.<\/p>\n\n\n\n

Beh\u00f6rden-Entscheidung in der Branche umstritten<\/h3>\n\n\n\n

Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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\u201eBeide Partner sind zu der Auffassung gelangt, dass die Kombination ideal ist, um die Wachstumschancen der skandinavischen Marken in Deutschland noch besser zu nutzen\u201c, sagt Thomas Mempel, Vorstand und CCO der Semper idem Underberg AG. F\u00fcr Underberg sei der Ausbau der Kooperation \u201eein wichtiger Baustein f\u00fcr die Weiterentwicklung des Produktportfolios\u201c. Das Unternehmen konzentriere sich zunehmend auf starke Partner, um den W\u00fcnschen von Gastronomie und Handel einerseits und denen der Markeneigner andererseits besser gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n

Nach der erfolgreichen Etablierung von Koskenkorva Vodka im deutschen Markt sei es \u201eder n\u00e4chste logische Schritt\u201c, der Underberg-Gruppe auch die Vertriebsrechte f\u00fcr das Aquavit-Portfolio zu \u00fcbertragen, unterstreicht Christoph Bickel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Anora Germany. Beide Partner arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen. Bereits seit 2020 distribuiert die Underberg-Tochter Diversa Spezialit\u00e4ten die Marke Koskenkorva f\u00fcr die Anora Group. Gleichzeitig sind die Nordeurop\u00e4er seit langem die Partner der Rheinberger beim Vertrieb deren internationaler Marken wie Underberg, Asbach und Pit\u00fa in Schweden, Norwegen und Finnland.<\/p>\n","post_title":"Aquavite wechseln zu Underberg-Gruppe","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"aquavite-wechseln-zu-underberg-gruppe","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 13:16:46","post_modified_gmt":"2024-06-26 11:16:46","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45324","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":45292,"post_author":"2","post_date":"2024-06-26 11:42:19","post_date_gmt":"2024-06-26 09:42:19","post_content":"\n

Die deutsche Braubranche hat einen handfesten Skandal: Wie Anfang Juni bekannt wurde, darf AB Inbev seine Marke Corona k\u00fcnftig in der zur Unternehmensgruppe geh\u00f6rigen Hasser\u00f6der Brauerei brauen. Damit bricht erstmals ein internationaler Konzern \u2013 ja der weltgr\u00f6\u00dfte \u00fcberhaupt \u2013 in gro\u00dfem Stil mit dem seit f\u00fcnf Jahrhunderten geltenden Reinheitsgebot, f\u00fcr das deutsches Bier in aller Welt ber\u00fchmt und gesch\u00e4tzt ist. Denn die urspr\u00fcnglich mexikanische Marke wird auf der Basis von Mais hergestellt, einer Zutat, die die \u00e4lteste heute noch g\u00fcltige Lebensmittelvorschrift nicht vorsieht.<\/p>\n\n\n\n

Nach au\u00dfen geben sich Branchenvertreter gelassen, doch hinter den Kulissen brodelt es. Von der Verletzung eines Tabus ist die Rede, manche sehen gar das Reinheitsgebot ins Wanken geraten. Zitieren lassen will sich mit seiner Kritik allerdings niemand. Doch was ist eigentlich das Problem? Die deutsche Brauwirtschaft zeichne sich nicht gerade durch innovative Kraft aus, eher durch Geschick im Kopieren, sagt ein Branchenkenner, der seinen Namen nicht in der Presse lesen m\u00f6chte. Wenn Corona mit seinen Mengenpl\u00e4nen erfolgreich sei, werde es nicht lange dauern, bis billige Nachahmer-Produkte auf den Markt k\u00e4men und das Tor f\u00fcr Massenbiere ge\u00f6ffnet sei, die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut w\u00fcrden. Es drohe ein Dammbruch.<\/p>\n\n\n\n

Angesichts von 400.000 Hektolitern, die AB Inbev f\u00fcr das Werk in Wernigerode offenbar anstrebt, k\u00f6nne von \u201ehom\u00f6opathischen Mengen\u201c keine Rede sein. Laut der aktuellen Importmarken-Hitliste des Fachmagazins \u201eInside\u201c lag der Aussto\u00df von Corona 2023 bei 340.000 Hektolitern. Bei solchen Mengen w\u00fcrden Hemmschwellen leicht sinken, nach dem Motto \u201eWas interessiert mich das Reinheitsgebot\u201c. Dabei gehe es um nichts weniger als das Image der deutschen Brauereien.<\/p>\n\n\n\n

Beh\u00f6rden-Entscheidung in der Branche umstritten<\/h3>\n\n\n\n

Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Die Underberg-Gruppe baut ihre Zusammenarbeit mit der Anora Group aus und wird ab sofort den Vertrieb der Aquavite Linie, Malteserkreuz und Aalborg sowie des Bitter-Digestifs Gammel Dansk in Deutschland \u00fcbernehmen. Zuletzt waren die Marken im Portfolio von Eggers & Franke angesiedelt. Die erweiterte Partnerschaft schlie\u00dft die Bereiche Off- und On-Trade ein, wobei den Gastronomie-Vertrieb das Diversa-Unternehmen Team Spirit managt.<\/p>\n\n\n\n

\u201eBeide Partner sind zu der Auffassung gelangt, dass die Kombination ideal ist, um die Wachstumschancen der skandinavischen Marken in Deutschland noch besser zu nutzen\u201c, sagt Thomas Mempel, Vorstand und CCO der Semper idem Underberg AG. F\u00fcr Underberg sei der Ausbau der Kooperation \u201eein wichtiger Baustein f\u00fcr die Weiterentwicklung des Produktportfolios\u201c. Das Unternehmen konzentriere sich zunehmend auf starke Partner, um den W\u00fcnschen von Gastronomie und Handel einerseits und denen der Markeneigner andererseits besser gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n

Nach der erfolgreichen Etablierung von Koskenkorva Vodka im deutschen Markt sei es \u201eder n\u00e4chste logische Schritt\u201c, der Underberg-Gruppe auch die Vertriebsrechte f\u00fcr das Aquavit-Portfolio zu \u00fcbertragen, unterstreicht Christoph Bickel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Anora Germany. Beide Partner arbeiten bereits seit einigen Jahren zusammen. Bereits seit 2020 distribuiert die Underberg-Tochter Diversa Spezialit\u00e4ten die Marke Koskenkorva f\u00fcr die Anora Group. Gleichzeitig sind die Nordeurop\u00e4er seit langem die Partner der Rheinberger beim Vertrieb deren internationaler Marken wie Underberg, Asbach und Pit\u00fa in Schweden, Norwegen und Finnland.<\/p>\n","post_title":"Aquavite wechseln zu Underberg-Gruppe","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"aquavite-wechseln-zu-underberg-gruppe","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 13:16:46","post_modified_gmt":"2024-06-26 11:16:46","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45324","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"},{"ID":45292,"post_author":"2","post_date":"2024-06-26 11:42:19","post_date_gmt":"2024-06-26 09:42:19","post_content":"\n

Die deutsche Braubranche hat einen handfesten Skandal: Wie Anfang Juni bekannt wurde, darf AB Inbev seine Marke Corona k\u00fcnftig in der zur Unternehmensgruppe geh\u00f6rigen Hasser\u00f6der Brauerei brauen. Damit bricht erstmals ein internationaler Konzern \u2013 ja der weltgr\u00f6\u00dfte \u00fcberhaupt \u2013 in gro\u00dfem Stil mit dem seit f\u00fcnf Jahrhunderten geltenden Reinheitsgebot, f\u00fcr das deutsches Bier in aller Welt ber\u00fchmt und gesch\u00e4tzt ist. Denn die urspr\u00fcnglich mexikanische Marke wird auf der Basis von Mais hergestellt, einer Zutat, die die \u00e4lteste heute noch g\u00fcltige Lebensmittelvorschrift nicht vorsieht.<\/p>\n\n\n\n

Nach au\u00dfen geben sich Branchenvertreter gelassen, doch hinter den Kulissen brodelt es. Von der Verletzung eines Tabus ist die Rede, manche sehen gar das Reinheitsgebot ins Wanken geraten. Zitieren lassen will sich mit seiner Kritik allerdings niemand. Doch was ist eigentlich das Problem? Die deutsche Brauwirtschaft zeichne sich nicht gerade durch innovative Kraft aus, eher durch Geschick im Kopieren, sagt ein Branchenkenner, der seinen Namen nicht in der Presse lesen m\u00f6chte. Wenn Corona mit seinen Mengenpl\u00e4nen erfolgreich sei, werde es nicht lange dauern, bis billige Nachahmer-Produkte auf den Markt k\u00e4men und das Tor f\u00fcr Massenbiere ge\u00f6ffnet sei, die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut w\u00fcrden. Es drohe ein Dammbruch.<\/p>\n\n\n\n

Angesichts von 400.000 Hektolitern, die AB Inbev f\u00fcr das Werk in Wernigerode offenbar anstrebt, k\u00f6nne von \u201ehom\u00f6opathischen Mengen\u201c keine Rede sein. Laut der aktuellen Importmarken-Hitliste des Fachmagazins \u201eInside\u201c lag der Aussto\u00df von Corona 2023 bei 340.000 Hektolitern. Bei solchen Mengen w\u00fcrden Hemmschwellen leicht sinken, nach dem Motto \u201eWas interessiert mich das Reinheitsgebot\u201c. Dabei gehe es um nichts weniger als das Image der deutschen Brauereien.<\/p>\n\n\n\n

Beh\u00f6rden-Entscheidung in der Branche umstritten<\/h3>\n\n\n\n

Der \u00c4rger richtet sich dabei nicht einmal in erster Linie gegen AB Inbev \u2013 sondern vielmehr gegen die Beh\u00f6rde, die den Umzug der Corona-Produktion von zuletzt Belgien in den Harz \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich machte: das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Der Braukonzern nutzte n\u00e4mlich eine Regel im geltenden \u201eVorl\u00e4ufigen Biergesetz\u201c f\u00fcr sich, das unter \u00a79 Abs. 2 eine Ausnahme f\u00fcr sogenannte \u201eBesondere Biere\u201c vorsieht. Zur Anwendung kommt sie in allen Bundesl\u00e4ndern, au\u00dfer in Bayern.<\/p>\n\n\n\n

Demnach d\u00fcrfen in Deutschland generell auch Biere gebraut werden, die nicht dem im deutschen Bierrecht verankerten Reinheitsgebot entsprechen. Ein Freifahrtschein ist das allerdings nicht; vielmehr muss jede Ausnahme beantragt werden und unterliegt \u201eeiner eingehenden Einzelfallpr\u00fcfung\u201c, wie das Amt auf Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> betont. Warum die Entscheidung im aktuellen Falle positiv ausfiel, begr\u00fcndet eine Pressesprecherin damit, dass \u201eMais dem Bier seinen besonderen Geschmack verleiht, wobei die charakteristischen Grundz\u00fcge eines unterg\u00e4rigen Bieres gem\u00e4\u00df \u00a79 Abs. 2 VorlBierG erhalten bleiben\u201c.<\/p>\n\n\n\n

\u201eDas deutsche Bierrecht ist deutlich liberaler als die meisten wissen\u201c, wiegelt Holger Eichele, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Brauer-Bunds, auf Nachfrage ab. Die weitreichenden Ausnahmen gebe es bereits seit Jahrzehnten. Als bekannte Bierstile, die \u201eseit jeher\u201c vom Reinheitsgebot abweichen, f\u00fchrt er die Berliner Wei\u00dfe, die Leipziger Gose oder das auch in Belgien sehr beliebte Witbier ins Feld, das ebenfalls in Deutschland gebraut wird. Die beschriebene Ausnahmeregelung werde \u201eimmer wieder von Brauereien in Anspruch genommen\u201c \u2013 in den letzten Jahren vor allem von Craftbrauern, so der Verbandschef mit diplomatischer Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Dass er die Geschichte nicht hochkochen m\u00f6chte, ist dabei nachvollziehbar; geh\u00f6rt doch neben den Regionalverb\u00e4nden und einigen deutschen Gro\u00dfbrauereien auch AB Inbev zu den Mitgliedern des Deutschen Brauer-Bunds. Anders als Eichele wollte im \u00dcbrigen der Bayerische Brauerbund zu der Anfrage von Getr\u00e4nke News<\/em> zum jetzigen Zeitpunkt gar keine Stellung beziehen, wie dessen Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Lothar Ebbertz schriftlich mitteilte.<\/p>\n\n\n\n

Preisg\u00fcnstige Herstellung bringt Wettbewerbsverzerrung<\/h3>\n\n\n\n

Doch gerade die von Holger Eichele beschriebene Kontinuit\u00e4t sehen viele Beteiligte nicht: Die Ausnahme f\u00fcr \u201eBesondere Biere\u201c werde im aktuellen Falle \u201enach Gutsherrenart\u201c ausgelegt, wettert ein Branchenteilnehmer aus Bayern; damit seien Gose, Grutbier und \u00e4hnliche traditionsreiche Spezialit\u00e4ten gemeint, dies verstehe man aber bei den Beh\u00f6rden offenbar nicht. Ein anderer Brauereivertreter wird deutlicher: \u201eMais ist billig, daraus wird sonst Viehfutter oder Biogas. Jetzt wird in Deutschland erstmals ein Massenbier mit Mais gebraut.\u201c Damit erreicht er einen der entscheidenden Punkte, die den Fall zum Politikum machen: Man \u00e4rgert sich unter den deutschen Brauern auch \u00fcber die Wettbewerbsverzerrung, die zweifelsfrei zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n

\"Corona-Werbeplakat
Plakatwerbung in Berlin: Statt aufs Reinheitsgebot setzt Corona auf \"100% nat\u00fcrliche Zutaten\". (Foto: AB Inbev)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n

Bei der jungen Zielgruppe bekannt und besonders beliebt, sei Corona renditestark und hochpreisig wie wenige andere Marken und verspreche, \u201eein Riesen-Ertragsbringer\u201c zu werden. Da trete die deutsche Brautradition ganz klar in den Hintergrund. Das gilt freilich umso mehr f\u00fcr einen ausl\u00e4ndischen Konzern, der zudem mit der Hasser\u00f6der Brauerei einen schwer angeschlagenen Standort im Portfolio hat, f\u00fcr den der Corona-Coup eine deutlich belebende Wirkung haben d\u00fcrfte. Ebenso wie f\u00fcr das Deutschland-Gesch\u00e4ft von AB Inbev insgesamt, das nach Durchh\u00e4ngern mit Marken wie Beck\u2019s, Diebels oder Hasser\u00f6der (siehe unser Brauerei-Gruppen-Report<\/a>) durch eine ordentliche Performance von Corona wieder erfolgreicher zum Konzerngesch\u00e4ft beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n

Gerade angesichts dieser durchschlagenden Kraft ist der Fall mit bisherigen Ausnahmen vom Reinheitsgebots keineswegs vergleichbar, da besteht in der Branche gro\u00dfe Einigkeit. Als in den sp\u00e4ten 2010er-Jahren die Craftbier-Brauer f\u00fcr eine gro\u00dfz\u00fcgigere Auslegung des Reinheitsgebots k\u00e4mpften, steckte keine echte Markenkraft dahinter. Zu einer wirklichen Gefahr konnte die Provokation durch die jungen Wilden selbst zur Hoch-Zeit des Trends kaum werden. Jetzt, wo Craft-Bier im engeren Sinne inzwischen ganz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist, steigt erst recht bei niemandem mehr der Blutdruck.<\/p>\n\n\n\n

Wie stehen junge Konsumenten zum Reinheitsgebot?<\/h3>\n\n\n\n

Beim Deutschen Brauer-Bund bewahrt man sich auch abseits des Craftbiers den Optimismus. 99 Prozent aller Biere w\u00fcrden derzeit nach dem Reinheitsgebot gebraut und \u201edie deutschen Brauereien werden auf jeden Fall an der Tradition festhalten\u201c, zeigt sich Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Eichele zuversichtlich. Auftrieb gibt der uralten Vorschrift nach seiner Einsch\u00e4tzung schon allein der Verbraucherwille. F\u00fcr die deutschen Konsumenten habe das Reinheitsgebot einen hohen Stellenwert, sagt der Verbandschef unter Verweis auf eine Forsa-Umfrage von 2014. Darin h\u00e4tten 85 Prozent der Befragten angegeben, dass das Reinheitsgebot Bestand haben sollte. Die Studie liege zwar zehn Jahre zur\u00fcck, das Ergebnis sei aber weiterhin aktuell.<\/p>\n\n\n\n

In der Branche teilen viele den Optimismus nicht, gerade mit Blick auf ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten und Einstellungen. Kommt nicht das durch den Mais deutlich s\u00fc\u00dfere Corona schon allein geschmacklich bei der heute gar nicht mehr so bieraffinen jungen Zielgruppe besser an? Muss dann Bier k\u00fcnftig generell s\u00fc\u00dfer werden? Ist den jungen Verbrauchern das Reinheitsgebot \u00fcberhaupt noch wichtig? Mit diesen Fragen werden sich die Hersteller immer st\u00e4rker auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n

AB Inbev indessen unternimmt bereits einiges, um die Corona-Zielgruppe auf eine Alternative zum Reinheitsgebot einzuschw\u00f6ren: \u201eGebraut mit 100 % nat\u00fcrlichen Zutaten\u201c lautet die Kernbotschaft einer Werbekampagne, die gerade angelaufen ist. Inklusive einem \u201eklimaneutralen\u201c Riesenposter aus Recycling-Materialien in Berlin, das dank seiner \u201eAnti-Smog-Beschichtung\u201c so viele Schadstoffe zersetze wie sieben B\u00e4ume \u2013 O-Ton AB Inbev. Am Ende k\u00f6nnte da ein internationales Bier mit gef\u00e4lligem Geschmack und mit stattlicher Markenkraft stehen, das auch noch umweltfreundlich ist. Einem besonders pessimistischen deutschen Brauer geht das entschieden zu weit: \u201eWenn das Nachahmer findet, haben die deutschen Brauereien bald keine wei\u00dfe Weste mehr!\u201c<\/p>\n","post_title":"Reinheitsgebot in Gefahr?","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reinheitsgebot-in-gefahr","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 12:17:28","post_modified_gmt":"2024-06-26 10:17:28","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45292","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Mehrheitsgesellschafterin ist seit Mai 2019 Pia Kollmar; sie kaufte s\u00e4mtliche Firmenanteile ihres 2014 verstorbenen Bruders Dirk Kollmar von dessen beiden S\u00f6hnen zur\u00fcck. Kollmar geh\u00f6rt zur dritten Inhaber-Generation und ist seit 1993 im Unternehmen.<\/p>\n","post_title":"Reiter wird Logistik-Chef bei Oettinger","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reiter-wird-logistik-chef-bei-oettinger","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 16:20:04","post_modified_gmt":"2024-06-26 14:20:04","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45328","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Mehrheitsgesellschafterin ist seit Mai 2019 Pia Kollmar; sie kaufte s\u00e4mtliche Firmenanteile ihres 2014 verstorbenen Bruders Dirk Kollmar von dessen beiden S\u00f6hnen zur\u00fcck. Kollmar geh\u00f6rt zur dritten Inhaber-Generation und ist seit 1993 im Unternehmen.<\/p>\n","post_title":"Reiter wird Logistik-Chef bei Oettinger","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reiter-wird-logistik-chef-bei-oettinger","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 16:20:04","post_modified_gmt":"2024-06-26 14:20:04","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45328","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Die Oettinger Gruppe ist einer der gr\u00f6\u00dften Getr\u00e4nkehersteller in Deutschland. Zum Eigenmarkengesch\u00e4ft der Brauerei z\u00e4hlen vor allem die Marke Original Oettinger mit all ihren Bieren, Biermixen und Softdrinks sowie 5,0 Original. Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1731 gegr\u00fcndet und besch\u00e4ftigt heute rund 800 Mitarbeiter.<\/p>\n\n\n\n

Mehrheitsgesellschafterin ist seit Mai 2019 Pia Kollmar; sie kaufte s\u00e4mtliche Firmenanteile ihres 2014 verstorbenen Bruders Dirk Kollmar von dessen beiden S\u00f6hnen zur\u00fcck. Kollmar geh\u00f6rt zur dritten Inhaber-Generation und ist seit 1993 im Unternehmen.<\/p>\n","post_title":"Reiter wird Logistik-Chef bei Oettinger","post_excerpt":"","post_status":"publish","comment_status":"closed","ping_status":"closed","post_password":"","post_name":"reiter-wird-logistik-chef-bei-oettinger","to_ping":"","pinged":"","post_modified":"2024-06-26 16:20:04","post_modified_gmt":"2024-06-26 14:20:04","post_content_filtered":"","post_parent":0,"guid":"https:\/\/xenodochial-pare.87-106-62-79.plesk.page\/?p=45328","menu_order":0,"post_type":"post","post_mime_type":"","comment_count":"0","filter":"raw"}],"next":false,"prev":false,"total_page":1},"paged":1,"column_class":"jeg_col_3o3","class":"jnews_block_3"};

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Peter Reiter wird neuer Logistik-Leiter der Oettinger Getr\u00e4nke-Gruppe. Zum 1. Juli wird er die Position, die er seit Dezember letzten Jahres bereits interimsweise innehatte, dauerhaft ausf\u00fcllen. Wie da Unternehmen mitteilt, zeichnet Reiter zeichnet seitdem ma\u00dfgeblich f\u00fcr die erfolgreiche Skalierung und Optimierung der Supply-Chain-Prozesse des Getr\u00e4nkeunternehmens verantwortlich. Rund die H\u00e4lfte der Oettinger-Mitarbeiter sind im Bereich der Logistik t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n

Peter Reiter war seit 2001 als freiberuflicher Berater und Projektmanager im Bereich Logistik mit zahlreichen Interim-Mandaten betraut. Zuvor leitete er die Logistik diverser Logistikdienstleister.<\/p>\n\n\n\n

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Die Oettinger Gruppe ist einer der gr\u00f6\u00dften Getr\u00e4nkehersteller in Deutschland. Zum Eigenmarkengesch\u00e4ft der Brauerei z\u00e4hlen vor allem die Marke Original Oettinger mit all ihren Bieren, Biermixen und Softdrinks sowie 5,0 Original. Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1731 gegr\u00fcndet und besch\u00e4ftigt heute rund 800 Mitarbeiter.<\/p>\n\n\n\n

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